Die EU verfolgt mit der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 eine drastische Reduktion fluorierter Treibhausgase und fördert den Einsatz natürlicher Kältemittel. Für bestehende Kälte- und Klimaanlagen gelten die neuen Vorschriften nur eingeschränkt; sie können weiterhin betrieben werden, solange keine Undichtigkeiten auftreten oder Reparaturen nötig sind. Bei notwendigen Eingriffen in den Kältemittelkreislauf ist die Verfügbarkeit geeigneter Nachfüllmengen jedoch unsicher, und der Wechsel auf alternative Kältemittel erfordert oft aufwändige Prüfungen und Anpassungen. In diesem Zusammenhang bietet die Wiederverwendung gebrauchter Kältemittel eine praktikable Lösung, da sie nicht den gleichen strengen Vorgaben wie Neuwaren unterliegen und weiterhin in bestehenden Anlagen eingesetzt werden dürfen, was deren Lebensdauer verlängert.
Die F-Gase-Verordnung unterscheidet zwischen Recycling und Aufarbeitung:
Recycling: Grundlegende Reinigungsverfahren wie Filtern und Trocknen machen das Kältemittel wiederverwendbar.
Aufarbeitung: In spezialisierten Anlagen wird das Kältemittel so behandelt, dass es die Qualität von Neuware erreicht.
Recycelte Kältemittel können Verunreinigungen enthalten, die potenziell zu Schäden führen, während aufgearbeitete Kältemittel qualitativ nicht von Neuware zu unterscheiden sind.
Die Aufbereitung erfolgt in mehreren Schritten:
Analyse der Reinheit und Zusammensetzung.
Trennung und Sammlung sortenreiner Kältemittel.
Entfernen von Wasser, Luftgasen, Säuren und anderen Verunreinigungen durch technische Filter- und Abscheidungsprozesse.
Wiederholung der Reinigung.
Abschlussanalyse zur Bestätigung der Neuware-Qualität.
Sollte das Kältemittel unzulässige Bestandteile wie chlorierte Stoffe enthalten, erfolgt eine spezielle Destillation. Das Endprodukt ist von Neuware nicht zu unterscheiden und kann nachhaltig in den Kältemittelkreislauf zurückgeführt werden.
Beim Befüllen von Flaschen mit gebrauchten Kältemitteln ist Vorsicht geboten, da Überfüllungen ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Es ist wichtig, die maximale Füllmenge einzuhalten, das Gewicht durch Wiegen zu kontrollieren und die Behälter korrekt zu kennzeichnen, um Vermischungen unterschiedlicher Kältemittel zu vermeiden.
Die Rücknahme und Aufbereitung gebrauchter Kältemittel leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung und verlängert die Nutzungsdauer bestehender Anlagen.